Quarterlife Crisis
11. August 2008
Man liest überall, das Leben des modernen Menschen würde als eine Abfolge aufeinander folgender Krisen verstanden, durch die man sich orientierungslos irgendwie durchwurstelt. Der Begriff Quarterlife Crisis war mir trotzdem neu.
Da bekommt man den Eindruck, der heutige Mensch müsse bei seinem Begräbnis das gleiche Lächeln auf dem Gesicht haben, wie ein Marathonläufer beim Erreichen der Ziellinie – aber nur kurz, um sich anschließend im Jenseits noch mit dem schlechten Benchmark seiner erbrachten Leistung zu deprimieren.
Vielleicht sollte man seine Wahrnehmung schärfen, um substanzlosen Leistungspopulismus und leere Leistungsdarstellung von gesundem und produktivem Ehrgeiz trennen und alles ein wenig gelassener und mutiger sehen.
Wie die Zeit richtig bemerkt, ist das sicher sinnvoller, als sein Leben als in klinisch definierte Phasen gießen zu lassen. Denn dadurch entsteht die Gefahr, die Probleme des Lebens zu stark zu überzeichnen. Probleme hatte der Mensch schließlich schon immer. Aber durch psychologische Buzzwörter werden oft neue geschaffen, die vorher nicht da oder schlichtweg normaler Teil des Lebens waren.

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