Monatsarchiv Februar 2009

Es folgen alle Einträge, die im Februar 2009 veröffentlicht wurden.


Motorrad fahrender Video-Blogger aus Taiwan

21. Februar 2009

Ich will auf Mordeth13 aufmerksam machen. Der Typ ist ein kanadischer Englischlehrer in Taiwan und damit schon weird genug. Zudem ist er Video-Blogger und Motorradfahrer. Er stopft sich regelmäßig eine Kamera in den Helm und filmt seine Motorradausflüge durch Taiwan, während er über alle mögliche redet. Z.B. warum man als Weißer in Taiwan seinen Hintern rasieren muss und wie man das am besten anstellt. Wie gesagt, weird. Meistens geht es aber um Motorräder.

So kann man auch bloggen.


Toleranz

21. Februar 2009

Ein Philosoph sagte einmal zu einem Fisch: „Der Sinn des Lebens ist zu denken und weise zu werden.“ Der Fisch antwortete: „Der Sinn des Lebens ist zu schwimmen und Mücken zu fangen.“ Der Philosoph murmelte: „Armer Fisch!“ Der Fisch wisperte: „Armer Philosoph!“


Kreationismus in Deutschland

20. Februar 2009

Die Studie der TU Dortmund, nach der jeder achte Lehramts-Student die Evolutionstheorie ablehnt, dürfte bekannt sein. Bei SpON kann man gerade ein Interview mit Professor Dittmar Graf, dem Fachsprecher für Biologie an der TU Dortmund, lesen, in dem er über diese Studie und Kreationismus in Deutschland redet. Interessant finde ich folgenden Absatz.

Zwar hängen religiöse Überzeugung und Evolutionsskepsis zusammen. Aber viel stärker wirkt sich ein naives Wissenschaftsbild aus. Knapp 15 Prozent der befragten Erstsemester haben keine Ahnung, wie Wissenschaft funktioniert. Da wird gesagt: “Wissenschaft ist doch auch nur dogmatisch.” Viele stellen sich vor, wir würden Steinchen für Steinchen ein großes Mosaik der Wahrheit zusammensetzen. Sie wissen schlicht nicht, dass jedes wissenschaftliche Wissen immer nur vorläufig ist und jede Aussage überprüfbar sein muss.

Wenn jemand nach 13 Schuljahren noch nicht einmal ahnt, wie Wissenschaft funktioniert, dann läuft dort etwas schief. Vielfach thematisiert die Schule Wissenschaftstheorie überhaupt nicht. Sie muss das Thema Evolution umfangreicher angehen – und vor allem früher, nicht erst in der 9. und 10. Klasse.

Generation Blöd. Dass Wissenschaftstheorie in der Schule viel zu kurz kommt, ist sehr richtig. Wenn ich mich an meine Schule erinnere, ging es in Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, etc. eigentlich immer nur um das Auswendiglernen von Stoff. Kein Wunder, dass man da ein dogmatisches Wissenschaftsbild bekommt. Wenn dann noch die Religion ins Spiel kommt, scheinen viele Unsinn von Vernunft nicht mehr trennen zu können.

Der Trend zu kreationistischem Gedankengut ist ungebrochen. Nehmen Sie nur die Anzahl solcher Gruppen, Foren und Seiten im Internet. Nur an der Universität outen sich die Kreationisten selten. Wir haben diesen Trend erst durch die Befragungen herausgefunden. Aber auch in meinen Seminaren treffe ich auf Studenten, die aus religiösen Gründen die Evolution ablehnen. Neulich haben zwei Studentinnen mit muslimischem Hintergrund das offen ausgesprochen.

Den Studenten wurde von anderen Studenten mit scharfem Widerspruch begegnet. Aber gerade weil es scheinbar mehr Zweifler gibt, die die Zweifel eben nicht öffentlich aussprechen, sollte die Schule hier anders lehren: Denken lernen, statt Wissen lernen.

Eine Studie von Infratest von 2005/2006 zeichnete für ganz Deutschland übrigens ein noch schlechteres Bild.


Eric Maisel: The Atheist’s Way

20. Februar 2009

Ich habe mir gerade The Atheist’s Way von Eric Maisel bestellt. Im Gegensatz zu den meisten Büchern über Atheismus wurde es nicht in erster Linie geschrieben, um Kritik an Religion zu üben, sondern um die Implikationen des Atheismus für das persönliche Leben zu schildern.

Das Buch will zeigen, dass typische Atheisten keine Misanthropen oder Moralanarchisten sind. Es ist natürlich keine „Bibel des Atheismus“, denn so etwas wäre absurd. Natürlich schweben Atheisten aber auch nicht im Vakuum der Sinnlosigkeit. Und viele teilen ähnliche säkulare ethische Prinzipien und Weltansichten. Bücher, die den Atheismus von dieser positiven und freundlichen Seite angehen, sind als Gegenpol zu den vielen Kampfschriften sehr sinnvoll. Nicht nur für halbgläubige Zweifler, sondern auch um Gläubigen ein freundlicheres und ethischeres Image von Ungläubigen zu vermitteln.

Ich bin gespannt. Erste Rezensionen in amerikanischen Blogs waren ganz positiv. Das erste Kapitel kann man übrigens auf Eric Maisels Website probelesen.

Living the atheist’s way is more than living without gods, religions, and supernatural enthusiasms—it is much more. It is a way of life that integrates the secular, humanist, scientific, freethinking, skeptical, rationalist, and existential traditions into a complete worldview and rallies that worldview around the banner of atheism, choosing that precise word as its rallying point. It chooses “atheism” as its rallying point to make clear that our best chance of survival is for members of our species to grow into a mature view of self-interest, one where human beings can discuss their conflicting interests without one side betraying the other by playing the god card. That will be a great day, when conflicts can be aired without the god card being played.


Highway to hell

19. Februar 2009