Monatsarchiv April 2009

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Buskampagne würde auch in Aachen abgelehnt werden

1. April 2009

Es ist schon unerwartet und ein wenig erschreckend, dass die atheistische Buskampagne in Deutschland so viel Gegenwind von den Verkehrsbetrieben bekommt. Vorrangige Begründung der vielen Ablehnungen sei das generelle Ablehnen weltanschaulicher Werbung. Dass dies aber in vielen Fällen eine scheinheilige Begründung ist, zeigt sich nun auch in Aachen. Auf die Frage, was die Aachener Verkehrsbetriebe bei einer Anfrage der Buskampagne machen würden, antworteten diese:

Politische und religiöse Werbung würde jedoch grundsätzlich abgelehnt, ebenso jegliche Werbung, die gegen den «allgemeinen öffentlichen Geschmack» verstoße, heißt die Grundregel bei der Aseag.

Da aber alles immer auch Auslegungssache ist, seien Ausnahmen denkbar. Beispiel: Für die «Nacht der offenen Kirchen» wird geworben, «weil es sich um eine Veranstaltung handelt», so Linden – noch dazu um eine, an der die Aseag mit einem Shuttledienst beteiligt ist.

Zum einen ist eine Begründung über einen ominösen „allgemeine[n] öffentliche[n] Geschmack“ in sich schon eine kleine Frechheit. Zum anderen ist die Beteiligung der Aseag an einer offensichtlichen christlichen Veranstaltung mit der absurden Ausrede, es sei eine Veranstaltung, keine Werbung, angesichts der angeblichen eigenen Neutralität nur rhetorisches Rumdrucksen.

Wenigstens wird so auch Kritikern offenbar, dass Atheismus auch in Deutschland in breiterem Maße negativ behaftet ist, als man vielleicht angenommen hat.