Argumente gegen Gott: Das Argument der Ungläubigkeit
5. Oktober 2009
Das Argument der Ungläubigkeit ist ein eher selten gehörtes Argument gegen den christlichen Gott. Dabei ist es eines meiner Favoriten, weil ich bislang keine wirklich guten Antworten darauf gefunden habe. Sein Kern lautet: Die Existenz von Ungläubigen ist ein Indiz gegen die Existenz Gottes. Das Argument lautet wie folgt:
- Menschen müssen durch Gott gerettet werden, um ewiges Leben zu erlangen. Werden sie nicht gerettet, droht ihnen ewige Verdammnis. (Johannes 3:16)
- Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. (Johannes 3:16)
- Vorraussetzung, um gerettet zu werden, ist der Glaube an Gott. (Johannes 3:16, Johannes 17:3)
- Aus 1-3 folgt: Gott tut sein Möglichstes, damit möglichst viele Menschen an ihn glauben.
- Gott ist allmächtig und könnte sich allen Menschen zu erkennen geben.
- Es existieren mehr Ungläubige auf der Welt (in Bezug auf den christlichen Gott), als Gläubige.
- Aus 5 und 6 folgt: Gott tut nicht sein Möglichstes, damit möglichst viele Menschen an ihn glauben.
- Aus 4 und 7 folgt: Das Konzept des christlichen Gottes ist logisch widersprüchlich. Der Christliche Gott existiert nicht.
Ein Einwand gegen dieses Argument könnte mit dem freien Willen argumentieren: Würde Gott sich allen Menschen unmissverständlich zu erkennen geben, sodass jeder an seine Existenz glaubt, wäre das ein Bruch des freien Willens. Die Menschen hätten nicht mehr den freien Willen, sich für den Glauben an Gott frei zu entscheiden. Aber das ist Unsinn: Denn Informationen negieren nicht den freien Willen. Man kann sich auch gegen Gott entscheiden, obwohl man sich 100% sicher ist, dass es ihn gibt; z.B. weil man nicht mit seinem Charakter einverstanden ist, oder seine Moral ablehnt. Bestes Beispiel: Satan.
Ein weiterer Einwand könnte sein, dass aus dem Wollen nicht unmittelbar das Tun folgen muss. Allerdings folgt für einen allmächtigen Akteur das Tun direkt aus dem Wollen, weil er keiner Einschränkung unterliegt, außer einer Einschränkung, die er sich selbst auferlegt. Aber eine solche Einschränkung kann ich im Konzept des christlichen Gott nicht erkennen.
Um das Argument zu bekämpfen, müsste man seine Prämissen in Frage stellen. Manche Apologeten würden sogar vielleicht Prämisse 6 angreifen; sie behaupten, es gäbe keine Ungläubigen. Jeder ahne, dass es Gott gäbe, würde sich aber willentlich dagegen verschließen, um sündigen zu können. Das halte ich aber für eine absurde und unhaltbare Entgegnung.
Aber vielleicht fällt ja einem Leser ein gutes Gegenargument ein.

16 Kommentare zu diesem Eintrag
ultimativpaul am 6. Oktober 2009 um 21:27
Toni am 6. Oktober 2009 um 21:38
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ultimativpaul am 6. Oktober 2009 um 22:14
Toni am 6. Oktober 2009 um 22:16
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ultimativpaul am 6. Oktober 2009 um 22:43
Daniel am 7. Oktober 2009 um 22:30
Toni am 7. Oktober 2009 um 22:32
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ultimativpaul am 8. Oktober 2009 um 21:23
Daniel am 9. Oktober 2009 um 23:18
Slomo am 6. November 2009 um 18:54
philip am 9. November 2009 um 11:31
esther am 20. November 2009 um 18:05
Sepp am 12. Februar 2010 um 01:43
fabi am 13. März 2010 um 17:51
Torsten am 16. Mai 2010 um 15:26
Hartmut Jesusfreak am 2. Juli 2010 um 23:22
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