Sarrazin und der Zusammenhang

8. Oktober 2009

Thilo Sarrazin wurde die letzten Tage ordentlich durch den Kakao gezogen. Dabei sind den meisten nur die derberen Formulierungen seiner Rede bekannt; nicht aber, seine gesamte Aussage. Diese kann man z.B. hier nachlesen. Sicher sind die Prozentangaben etwas, was er sich sicher aus dem Hut gezogen hat. Aber wenn man ihm wohlwollend unterstellt, dass er keine statistischen Fakten wiedergeben wollte, sondern das grundsätzliche Problem skizzieren wollte, verstehe ich nicht im geringsten, warum er wegen dem Gesagten seinen Job verlieren oder sich gar vor einem Gericht verantworten soll; und ich bin selbst kein Deutscher. Ich würde ihm auch kein „braunes Gedankengut“ unterstellen. Denn sonst hätte er gerade über Migranten im Allgemein nicht das gesagt, was er gesagt hat.

Ich finde es erschreckend, dass sich angesichts echten braunen Gedankenguts eine solche Paranoia in der Gesellschaft entwickelt hat, dass man als öffentliche Person schon wegen einer durchaus sachbezogenen, wenn auch polemisch formulierten Meinung gleich vor Gericht muss.

2 Kommentare zu diesem Eintrag

  1. ds am 8. Oktober 2009 um 22:57

    Jaja, so ist das in Deutschland. Meinungsfreiheit ist okay aber nur solange man nirgendwo aneckt. Bei so heiklen Themen wie der Integrationspolitik (gerade im Bezug auf Deutschland verbunden mit seiner Geschichte) muss man daher aufpassen was man sagt, erst recht, wenn Polemik zum Einsatz kommt.
    Inwieweit seine “Tatsachen” richtig oder falsch sind sei mal außen vor gelassen (ebenso seine Polemik, die er sich durchaus hätte sparen können, auch wenn sie einen Zweck erfüllen mag), es gibt so viel schlimmere Äußerungen auch außerhalb der Integrationspolitik, die nicht mal annähernd so verurteilt werden.
    Warum? Da vermute ich mal Meinungsmache und Auflagensteigerungen der Presse, was in diesem Fall auch einfacher ist, als zB von der Leyen wahrheitsgemäß der Lüge und Demagogik zu beschuldigen und öffentlich anzuprangern.
    Hier wird Hetze betrieben gegen einen Menschen dem vorgeworfen wird selbst zu hetzen.
    Eine unverständliche Heuchelei und ein Paradox unserer Gesellschaft, welche ich noch nie verstanden habe.
    Was aber ebenso dazu beiträgt, das eine sachgerechte und vor allem vorurteilslose Diskussion bzgl einer funktionierenden Integration verhindert wird, wenn man direkt der Volksverhetzung beschuldigt wird weil man sich mit diesem Thema auseinandersetzt.

  2. Gedankenpflug am 28. Oktober 2009 um 12:30

    Die Deutschen sind gerne mal hysterisch.

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