Natural Selection Made Easy
9. Oktober 2009
Einer der besten Videoreihen über den Ursprung der Natur ist From the Big Bang to Us — Made Easy von potholer54 auf YouTube.
9. Oktober 2009
Einer der besten Videoreihen über den Ursprung der Natur ist From the Big Bang to Us — Made Easy von potholer54 auf YouTube.
10. März 2009
Wolfram Alpha ist ein gutes Beispiel für eine gehypte Sache, von der niemand so richtig weiß, was sie überhaupt ist, was sie kann und wie sie funktioniert. Die einen reden von einer „semantischen Websuche“; und andere bereiten sich sicher schon darauf vor, den Weltuntergang durch verrückte, hochintelligente Maschinen zu predigen. Wolfram Alpha bekommt derweil viel Werbung, ohne dass öffentliche Demos gezeigt oder konkrete technische Dokumente veröffentlicht wurden. Es gibt nur vereinzelte Berichte über private Demos.
Man kann Wolfram Alpha grob als ein Software-System beschreiben, das Wissen und Algorithmen auf Grundlage eines sehr allgemeinen Modells miteinander in Verbindung setzt. Bei dem Wissen kann es sich z.B. um statistische Daten eines Landes halten; bei einem der Algorithmen z.B. um die Vorgehensweise, wie man aus diesen Daten das Bruttosozialprodukt berechnet. Wolfram Alpha versucht, die Relation zwischen Informationen und Algorithmen möglichst allgemein zu modellieren, sodass auf Grundlage dieses Modells Faktenwissen aus Daten berechnet werden kann. Als Benutzerinterface dient ein Parser, der aus einer in natürlicher Sprache formulierten Frage die benötigten Daten und Algorithmen ableitet.
Das klingt sehr interessant und nach einer Menge Aufwand. Aber es ist keine Suchmaschine. Soweit ich es verstanden habe, muss der Daten- und Algorithmenbestand von Wolfram Alpha von Menschen gepflegt werden. Damit kann das System auch nur solche Fragen behandeln, für die ihm bereits Daten und Algorithmen eingepflegt wurden. Die konkrete Semantik der Daten und der Algorithmen muss dabei von Menschen verwaltet werden.
Wolfram Alpha ist damit eine Art gemanagte Enzyklopädie mit einem enorm flexiblen Userinterface. Es durchsucht aber nicht auf eigene Faust das Web und extrahiert Wissen. Für eine automatische Indizierung und Suche des Webs wird man immer noch Google & Co zu Rate ziehen müssen.
(Ich frage mich übrigens, wie viele Leute als erste Frage „Answer to Life, the Universe, and Everything?“ eingeben werden.)
2. März 2009
Trotz Show, Hype und erster Kratzer. Ich mag den Mann immer mehr. Er spricht zumindest die richtige Sprache.
1. März 2009
Weil ich es gerade wieder gelesen habe: Man hört von gewissen Leuten oft, die Theorie des Urknalles sei absurd. Sie behaupte, das Universum mit all seiner Materie sei aus dem Nichts entstanden, was aber gegen den Energieerhaltungs-Satz verstoße. Mal abgesehen davon, dass die Urknall-Theorie nicht den Ursprung des Universums, sondern seine Entwicklung in der unmittelbaren Zeit danach zu erklären versucht… die Kritik ist trotzdem vorschnell.
Die Energie des Universums könnte nämlich Null sein. Damit wäre nicht „Energie aus dem Nichts“, sondern „Nichts aus dem Nichts“ entstanden.
All of these particles consist of positive energy. This energy, however, is exactly balanced by the negative gravitational energy of everything pulling on everything else. In other words, the total energy of the universe is zero!
Natürlich ist diese Behauptung hypothetisch, und ich weiß nicht, wie die Debatte um Dunkle Materie hineinspielt. Man weiß wahrscheinlich nicht wirklich, ob sich der Energieerhaltungssatz überhaupt auf das gesamte Universum in diesen Dimensionen anwenden lässt. Aber zumindest zeigt es, dass man mit dem „Etwas aus dem Nichts“-Argument die Diskussion nicht einfach totschlagen kann.
22. Februar 2009
Toleranz ist ein Wort, das leicht prostituiert werden kann. Es bedeutet erstmal nur, etwas zu „erdulden“. Das zeigt schon, dass bedingungslose Toleranz totaler Unsinn ist.
1. Die Toleranz gegenüber der Intoleranz führt zur Intoleranz.
2. Die Intoleranz gegenüber der Intoleranz führt zur Toleranz.– Lars Gustafsson
Auch bedeutet Toleranz nicht, dass man jemandem zustimmen muss oder ihn gar unterstützen muss. Meinungsfreiheit bedeutet erstmal nur, dass jeder sagen kann, was er will. Es bedeutet nicht, dass dies unterstützt werden muss. Insbesondere bedeutet das nicht, dass die Gesellschaft jede Meinung als gleichwertiges Artefakt behandeln muss. Erst recht nicht bei der Erziehung. Teach the controversy?
Die Jünger des Bullshits – Kreationisten und religiöse Fundamentalisten – prostituieren die Begriffe der Toleranz und Meinungsfreiheit gerne für ihre Spiegelfechtereien. Erschreckende Beispiele sind z.B. der Film Expelled von dem Volksverdummer Ben Stein oder dieser besonders erschreckende Film über die Diskriminierung von Homosexualitäts-Kritikern (sic!).
Toleranz als Tugend impliziert, dass jeder das Recht hat, Argumente vorzubringen. Aber eben auch, dass jeder Sachverhalt der Kritik unterliegen muss. Für jeden Sachverhalt muss Kritik gleichermaßen erlaubt sein. Das bedeutet nicht die absolute Relativierung aller Wahrheit. Wahrheit als Konsens aufgefasst, der sich evolutionär entwickeln kann, erfordert die Intoleranz gegenüber Substanzlosigkeit als Selektionsmechanismus: Die Anstrengung, Bullshit von Nicht-Bullshit zu trennen, den breiten grauen Bereich dazwischen abzustecken und substanzlose Meinungen argumentativ zu eliminieren.