Buskampagne

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Buskampagne würde auch in Aachen abgelehnt werden

1. April 2009

Es ist schon unerwartet und ein wenig erschreckend, dass die atheistische Buskampagne in Deutschland so viel Gegenwind von den Verkehrsbetrieben bekommt. Vorrangige Begründung der vielen Ablehnungen sei das generelle Ablehnen weltanschaulicher Werbung. Dass dies aber in vielen Fällen eine scheinheilige Begründung ist, zeigt sich nun auch in Aachen. Auf die Frage, was die Aachener Verkehrsbetriebe bei einer Anfrage der Buskampagne machen würden, antworteten diese:

Politische und religiöse Werbung würde jedoch grundsätzlich abgelehnt, ebenso jegliche Werbung, die gegen den «allgemeinen öffentlichen Geschmack» verstoße, heißt die Grundregel bei der Aseag.

Da aber alles immer auch Auslegungssache ist, seien Ausnahmen denkbar. Beispiel: Für die «Nacht der offenen Kirchen» wird geworben, «weil es sich um eine Veranstaltung handelt», so Linden – noch dazu um eine, an der die Aseag mit einem Shuttledienst beteiligt ist.

Zum einen ist eine Begründung über einen ominösen „allgemeine[n] öffentliche[n] Geschmack“ in sich schon eine kleine Frechheit. Zum anderen ist die Beteiligung der Aseag an einer offensichtlichen christlichen Veranstaltung mit der absurden Ausrede, es sei eine Veranstaltung, keine Werbung, angesichts der angeblichen eigenen Neutralität nur rhetorisches Rumdrucksen.

Wenigstens wird so auch Kritikern offenbar, dass Atheismus auch in Deutschland in breiterem Maße negativ behaftet ist, als man vielleicht angenommen hat.


Buskampagne: Verkehrsverbunde lehnen Plakate ab

16. März 2009

Die Berliner und Münchener Verkehrsverbunde haben die Plakate der Buskampagne abgelehnt. Man habe als Reaktion auf die Kampagne einen neuen Beschluss gefällt, in Zukunft keine religiöse oder weltanschauliche Werbung mehr zu akzeptieren. Der Beschluss überrascht, da man aus Berlin im Vorfeld wohl keinen Hinweis auf Probleme mit der Kampagne bekommen haben will.

Es gibt erste verstimmte Kommentare dazu; der BVG fahre eine Doppelmoral, weil aktuell Plakate mit „Jesus liebt dich.“ in Berliner Bussen zu sehen sein sollen. Ich wohne nicht in Berlin, aber nach kurzer Google-Suche vermute ich, dass es sich um Filmplakate zu dem Film Jesus liebt dich handelt, der gerade (oder zumindest bis vor kurzem) in Berlin läuft. Wenn das der einzige Fall „religiöser“ Werbung ist, kann man das dem BVG nicht vorwerfen. Ob das denn auch der einzige Fall der jüngeren Vergangeheit ist, ist eine andere Frage.

Die Ablehnung der Kampagne durch den BVG ist erstmal ein Erfolg für die Kampagne: Denn der BVG hat nicht einfach eine atheistische Kampagne abgelehnt, sondern einen allgemeinen Beschluss gefasst, in Zukunft generell keine weltanschaulichen bzw. religiösen Werbekampagnen mehr zu unterstützen (außer für politische Wahlkämpfe); das heißt, auch keine christlichen, muslimischen, etc. Eine gute Haltung für eine mehr oder weniger öffentliche Institution; wenn man sie denn auch wirklich konsequent einhalten wird. Trotzdem wird man angesichts des Timings misstrauisch. Man kann wohlwollend unterstellen, dass die BVG erst angesichts eines Konfliktes die Bedeutung einer Enthaltung erkannt hat. Man kann aber auch weniger wohlwollend unterstellen, dass nur atheitische Meinungen unangenehm genug sind, um ein Werbeverbot auszulösen.

Die Buskampagne sucht derweil nach anderen Städten, in denen die Busse fahren können. Dortmund wäre ein guter Anfang, da es dort Bemühung gibt, eine christliche Gegenkampagne mit nicht gerade demütiger/subtiler Botschaft zu starten.

Update

Born2Blog hat aktuelle Fotos von religiöser Werbung in Berliner ÖPNV hochgeladen.

Und so was ausgerechnet in Berlin. Nenene…


Atheistische Buskampagne in Deutschland: Website online

9. März 2009

Dank vieler freiwilliger Bemühungen, steht jetzt auch für eine Deutsche Atheitische Buskampagne eine Website online.

Buskampagne.de will die britische Atheist Bus Campaign nach Deutschland bringen. Auch hierzulande haben säkulare Menschen mittlerweile genug davon, ständig „übersehen“ oder missachtet zu werden. Als Anfang sollen in drei Städten (Berlin, Köln und München) Busse beschriftet werden, die öffentlich bekunden, dass eine nicht-religiöse, aufgeklärte Weltsicht eine positive Möglichkeit darstellt. Nicht-Religiöse, Agnostiker und Atheisten sollen wahrnehmen können, dass sie nicht alleine sind. Sie sollen mutiger werden, sich gegen religiösen Hochmut zur Wehr zu setzen und sich in die öffentlichen Debatten einzumischen. Das Leben ohne einen Gott kann eine Bereicherung sein: angstfrei, selbstbestimmt, bewusst, tolerant und frei von Diskriminierungen.

Jetzt geht es darum, über die Vorschläge für einen Slogan abzustimmen und Spenden zu sammeln. Im Brightsblog findet sich zudem ein Interview mit dem Pressesprecher der Kampagne. Es geht also endlich los! Alle Interessierten sollten die Seite verlinken.

Leider gibt es auch schon den ersten kleinen Zank um die Auswahl der Slogans. Ich kann den Ärger von sapere aude nachvollziehen. Es fehlte im Vorfeld ein wenig an Führung und Organisation. Die im etwas chaotischen Thread im Brightsblogs gestellten Vorschläge wurden daraufhin auf eigene Faust zum Votum gestellt; deren Sieger bei der Auswahl der Slogans für die offizielle Kampagne nicht berücksichtigt. Ich finde es gut, dass die Kampagne geschlossen und damit einheitlich geplant und organisiert wird; also auch ein klares Gesicht hat. Das hätte man aber von Anfang an deutlicher kommunizieren können, um den freiwilligen Diskutanten den Eindruck zu nehmen, die Kampagne sei vollständig demokratisch organisiert.

Aber damit soll es auch gut sein; das gemeinsame Ziel ist schließlich nach wie vor gegeben. Und die vorhandenen Slogans sind auch nicht schlecht.


Atheistische Buskampagne: Vorab-Abstimmung des Slogans

16. Februar 2009

Im Brightsblog kann man über einige ausgewählte Vorschläge für den Slogan einer atheistischen Buskampagne in Deutschland abstimmen. Ich vermute mal, dass es nur um ein erstes Meinungsbild geht. Bitte stimmt ab, wenn ihr euch für eine solche Kampagne interessiert.

Atheist Campaign


Christliche Buskampagne? Wie millitant!

14. Februar 2009

Als Antwort auf die atheitische Buskampagne haben christliche Gruppen den atheistischen Slogan auf’s Korn genommen und eine Gegenkampagne gestartet. Erstmal eine witzige Idee. Aber was diese Gruppen teilweise als Begründung darbieten, lässt mich schwerst mit den Augen rollen.

Es gibt Gott ganz sicher. Also treten Sie der Christlichen Partei bei und geniessen Sie ihr Leben

Tss. Wir haben wenigstens einen wissenschaftsphilosophischen Disclaimer eingebaut, um die Gegenseite nicht zu vergraulen. Die Gegenkampagne schlägt hier aber voller Arroganz mit dem christlichen Holzhammer. Es gibt Gott ganz sicher? Statt einem Warum bekommt man als Antwort nur dies:

Diese atheistische Kampagne war wie ein rotes Tuch für Christen, und sie schrie nach einer Antwort. Ich war es leid, diese Botschaften auf den Bussen zu sehen, die an meinem Fenster vorbeifahren, und ich wollte den Leuten Gelegenheit geben, etwas Hoffnungsvolles zu lesen.

Es gibt also ganz sicher etwas, nur weil es für einen bestimmten Teil der Menschheit eine hoffnungsvolle Vorstellung ist. Ich sehe schon Millionen von Atheisten das Ave Maria beten und die Bibel heiligen. Aus diesem Buch hat sich eine andere Gegenkampagne folgenden Spruches bedient:

Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott

Wir Tore! Dankbar sein sollten wir für diese tolerante und milde Antwort auf unsere millitanten und arroganten Anmaßungen.

*rolleyes*

Atheist Campaign