Fundamentalismus
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Ist Nordkorea ein säkularer Staat? Ein Ausschnitt aus der Wikipedia:
In Nordkorea stehen die Diktatoren Kim Il Sung (der verstorbene „große Führer“) sowie Kim Jong-il (dessen Sohn, der sog. „liebe Führer“) im Mittelpunkt eines öffentlich inszenierten Personenkultes. Ihre Porträts sind allgegenwärtig in den Straßen, in den Schulen, in den öffentlichen Gebäuden sowie in allen privaten Häusern. Die ideologischen Aussagen und die Schriften, die von den zwei Führern produziert werden, sind die Hauptgrundlage der Ausbildung für Kinder sowie Erwachsene.
Die Geschichte von der Herkunft der Kims wird mythologisch verklärt. In den Schulen wird den Kindern beigebracht, dass die Führer vom Himmel gekommen seien. Auf dem Gipfel des Paektu-san-Berges seien sie dann in Menschen umgewandelt worden.
Zu öffentlichen Anlässen werden Lieder gesungen, die die Führer als Retter des Landes sowie jedes einzelnen Bürgers darstellen und sie auf diese Weise auf das Niveau von Gottheiten heben.
Dieser alles-durchdringende Personenkult, zusammen mit der Lehre von Chuch’e (Autarkie), hat die Religionen, die vor dem Aufstieg des Kommunismus blühten, nach und nach verdrängt. Nach Ansicht von Beobachtern von Menschenrechtsorganisationen sowie von ausländischen Regierungen verursachte dieser Regimewechsel ein Ende der freien Religionsausübung, da die Regierung nur solche religiöse Gruppen unterstützte, die eine Illusion der religiösen Freiheit aufbauten.
Es ist unwahrscheinlich, dass durch die Abschaffung einer Verfassungsklausel, die ausdrücklich religiöse Tätigkeiten verbot und die Ablehnung aller Religionen bekräftigte, im Jahr 1992 eine tatsächliche Änderung in dieser Situation eingetreten ist. Die Menschenrechtssituation in Nordkorea gilt nach wie vor als außerordentlich schlecht.
Ich habe gerade voller Abscheu ein Buch zerrissen: Am Anfang war die Information. Der Versuch eines Ingenieurs und Informatikers zu „beweisen“, dass Materialismus, Atheismus, Evolution und alles andere Teufelszeug Unsinn sind. Dabei tarnt sich das Buch in einem halbwegs seriös-rationalen Gewand. Und gerade weil es von einem Informatiker ist, hat man mir es zukommen lassen. Ich habe natürlich auch reingelesen. Der Autor hat mich dann aber mit solchen Perlen beglückt:
Die höchste Stufe der Erkenntnis liegt vor, wenn für einen Sachverhalt Inhalt und Formulierung vom Schöpfer selbst stammen. Die einzige Quelle, für die das zutrifft, ist die Bibel.
Amen Bruder. Wenn Fundamentalismen wissenschaftliche Methodik vortäuschen…
Nehmen wir mal die Geschichte von Jesus und der Nichtjüdin.
Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
– Matthäus 15:22-24 (Luther 1984)
Wer sich schonmal gefragt hat, warum Gott einen primitiven Stamm in einer Halbwüsten-Region derart privilegierte, dass er sich nur dort offenbarte, wird durch solche Stellen nicht viel schlauer. Selbst in Menschenform scheint er dem Rest seiner Schöpfung ziemlich rassistisch gegenüber zu stehen. Nicht einmal eine freundliche Antwort sind ihm Nicht-Israeliten wert.
Aber es geht noch weiter:
Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.
– Matthäus 15:25-28
Man lese genau: Die Frau wird mit einem Hund verglichen, der das Essen (Jesu Hilfe) der Kinder (Israeliten) nicht wert sei. Die Frau erreicht durch ihr hündisches Flehen zumindest, dass Jesus sie würdig genug empfindet, ein paar Brotkrümel abzubekommen.
War da nicht irgendwas von Nächstenliebe und Feindesliebe? Für Gott ist das offensichtlich ein eingeschränkter Begriff: eingeschränkt auf Mit-Israeliten. Die armen Menschen, die zu Jesu Zeit und davor nicht das Glück hatten, nicht in Israel geboren worden zu sein und vom „richtigen“ Gott zu erfahren. Ob die alle in der Hölle schmoren?