Mac

Es folgen alle Einträge mit dem Schlagwort Mac.

Du kannst den RSS-Feed dieses Schlagwortes abonnieren.


Happy Birthday, Mac

24. Januar 2009

Der Mac wird genauso alt wie ich. 1984 stellte Steve Jobs den ersten Apple Macintosh vor. Er konnte schon bei seiner Geburt seine ersten Worte sprechen:

Er brachte uns Drag&Drop, Symbole, Typographie und war der erste Computer, den auch „meine Oma“™ bedienen konnte.


Ich war eine coole Sau

18. Juli 2008

Im ersten Semester 2003 war ich ein cooler Hund. Ich hatte einen Mac. Ich war quasi der Typ mit der geilen Flasche Mountain-Dew in einer grauen Menge von Automatenkaffe-Trinkern. Ich hatte etwas, von dem die Hälfte der Geeks im überfüllten Hörsaal bisher höchstens beim Erstellen ihres Geekcodes gehört hatte. Man sah es ab und in Filmen und Serien aus den Staaten, aber der Hersteller war bestimmt schon längst pleite. Die andere Hälfte kannte Mac OS X. Die quetschten sich ein “Ganz lustig” raus, wenn jemand es erwähnte und sie sich an Screenshots von irgendeinem bunten Kinderkram mit Schatteneffekten erinnerten. Nichts was ernst genommen werden müsste – schließlich lief da weder Counter-Strike drauf, noch konnte man am Kernel rumhacken. “Damit kann man gut Grafikkram machen, ja.” Sieht bunt aus, taugt für’s Malen von Modemagazinen. Logisch. Also etwas für Frauen und Tunten.

Der leuchtende weiße Apfel war wie Farbe in Sin City. Man schaute unweigerlich kurz hin. Ungefähr so, wie bei einer der Frau in einer Informatikvorlesung – nur ohne Brüste. Darunter auch ein paar längere, brüderliche Blicke von den zwei bis drei Leuten, die weder der einen, noch der anderen Hälfte angehörten, sondern auch den Mac kannten. Oder auch ein “Wir wissen, jedes System ist fehlerbehaftet. Wer einen Mac hat, wusste es bisher vielleicht noch nicht.” vom Professor. Ein brüderlicher, wissender Blick von ihm zu mir. Ich war echt ein cooler Hund.

Ich konnte mich echt nirgends hinsetzten, ohne dass mir Leute beim Benutzen von Exposé zuschauten – oder einfach auf den Mac starrten. Oder irgendwas fragten, als wäre ich Dr. Sommer und sie kurz davor, einem Mädel den Dosenöffner anzusetzen und deswegen dringend auf der Suche nach einer Gebrauchsanleitung. “Mittlerweile ist der Mac doch auch so wie Linux, oder? … Oh, cool, schau mal, wie der im Stand-By leuchtet”

Ungefähr so muss man sich 2002 gefühlt haben, wenn man 5 Jahre vorher Yahoo-Aktien gekauft hatte, der Rest nur T-Aktien. Das war cool. Und es war im Preis des Macs – es war ein iBook – inbegriffen. Genauso wie die kleine Größe. Oder die lange Akkulaufzeit. Ok, mir war im Winter nicht so warm im Schoß, wie den Leuten mit einer P4-DOSe. Aber ich brauchte keine Schubkarre, um meinen Rechner von zu Hause in die Uni und zur einzigen Sitzreihe mit Steckdosen zu schleppen. Und auch keinen Baseballschläger als Meinungsverstärker, warum ich und nicht die anderen 20 Leute die Steckdose benutzen dürfen sollten.

Stellt euch jetzt vor, wie die Triumphmusik, die die letzten Absätze begleitet hat, genau jetzt abgewürgt wird. Denn heute bin ich kein cooler Hund mehr.

Ey, jede Sau hat heute einen Mac.

Ok, nicht jede, aber gefühlte 40%. Und der Rest kennt den Mac auch, war aber bisher nur zu doof, einen zu kaufen. Das ist so, als wärst du im Jahr 1900 mit einem der ersten Autos an staunenden Spaziergängen vorbeigefahren und hättest anschließend eine Zeitreise direkt in das Innere eines im 17-Uhr-Stau steckenden VW Golfs gemacht. Der Mac ist wie das Chili. Früher exotisch, heute steckt es sogar in Schokolade.

Und ich find es geil.

Ich verstehe nicht, warum ich meinem ersten Semester nachtrauern sollte. Das ist so, als würde ich mich über ein Heilmittel für Krebs aufregen, weil dann ja alle anderen auch so gesund werden wie ich.

Ich find es geil, dass Macs mittlerweile auch Windows gewissenhaft schlucken (auch wenn sie dabei nicht kauen wollen). Ich finde es geil, dass man da draußen immer deutlicher merkt, dass die Welt nicht nur aus .exe, .doc, .ppt und “Optimiert für IE” besteht. Es macht mir das Leben leichter. Und ich finde es geil, wenn Leute wie meine Mutter, die früher einen PC am liebsten mit Weihwasser in die Dell Hell zurückgeschickt hätten, heute im Internet surfen und Mails schicken und sogar ihren Desktophintergrund einstellen. Lacht nicht. Unter Windows hat sie nichts von dem geschafft.

Wer einem vermeintlichen Elitestatus nachweint, der hatte auch sonst nichts.

Und ein cooler Hund bin ich auch so. (Notfalls kaufe ich mir ein Elektroauto dafür. Eat this!)