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	<title>*rolleyes* &#187; Religionskritik</title>
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	<description>I just can't believe it…</description>
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		<title>Die Gottespest</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/03/20/die-gottespest/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 01:57:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lustiges]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wem Dawkins&#8217; Gotteswahn noch nicht deftig genug einschlug, dem sei Die Gottespest von John Most von 1883 ans Herz gelegt.
Diese Schrift ist ein Alarmruf, gerichtet an den Menschenverstand, sich nicht länger im Kellerdunkel einer gottverpesteten Begriffs-Verwirrung festhalten zu lassen.
Die &#8220;Gottespest&#8221; hat ihren Weg durch die ganze Welt gemacht; sie ist in vielen Tausenden Exemplaren gelesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wem Dawkins&#8217; Gotteswahn noch nicht deftig genug einschlug, dem sei <a href="http://dwardmac.pitzer.edu/ANARCHIST_ARCHIVES/bright/most/gottespest.htm"><em>Die Gottespest</em></a> von John Most von 1883 ans Herz gelegt.</p>
<blockquote><p>Diese Schrift ist ein Alarmruf, gerichtet an den Menschenverstand, sich nicht länger im Kellerdunkel einer gottverpesteten Begriffs-Verwirrung festhalten zu lassen.</p>
<p>Die &#8220;Gottespest&#8221; hat ihren Weg durch die ganze Welt gemacht; sie ist in vielen Tausenden Exemplaren gelesen worden, und in die meisten modernen Sprachen übersetzt. Der grimme drastische Most&#8217;sche Humor mag so manches dicke Brett vor dem Kopf gelockert haben. Aus der grossen Wirkung dieser Brosschüre erklärt sich ihre Beliebtheit. In dieser Beziehung übertrifft sie die Schriften von Ingersoll. Most trifft härter, seine Satyre ist ätzender und nicht so bürgerlich behäbig. Manchem Leser mag es bei der Lectüre der &#8220;Gottespest&#8221; gehen, wie Heinrich Heine von Erasmus von Rotterdam erzählt, als dieser Ulrich Hutten&#8217;s Angriffe gegen die Pfaffen las:</p>
<blockquote><p>Der Erasmus musste lachen,<br />
So gewaltig ob dem Spass,<br />
Dass ihm platzte in dem Rachen<br />
Sein Geschwür, und er genas.<br />
M.B.</p></blockquote>
</blockquote>
<p>Nicht zuviel versprochen.</p>
<blockquote><p>Und nun, armes Menschenhirn, halte Stand, denn was jetzt folgt, könnte ein Pferd umbringen! Wir wissen, dass Gott Vater beschlossen hatte, das Menschenpack zu frikassiren. Das that dem Gott Sohn ungemein leid. Er (bekanntlich gleichzeitig Gott Vater) nahm die ganze Schuld der Menschen auf sich und liess sich, um seinen Vater (bekanntlich gleichzeitig Gott Sohn) in seiner Raserei zu beschwichtigen, von jenem zu erlösenden Gesindel zu Tode schinden-natürlich nicht ohne nachträglich wieder frisch und froh in den Himmel zu fahren. Diese Aufopferung des Sohnes (der Eins ist mit dem Sohn) einen solchen Höllenspass, dass er sofort eine allgemeine Amnestie erliess, welche zum Theil noch heute in Kraft ist.</p></blockquote>
<p>[<a href="http://www.forum.brights-deutschland.de/viewtopic.php?f=13&#038;t=2827">via</a>]</p>
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		<title>Sam Harris: Missverständnisse gegenüber dem Atheismus</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/03/04/sam-harris-missverstandnisse-gegenuber-dem-atheismus/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2009 02:05:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Sam Harris]]></category>

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		<description><![CDATA[Sam Harris bringt viele ärgerliche Missverständnisse auf den Punkt.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sam Harris bringt viele ärgerliche Missverständnisse auf den Punkt.</p>
<p><object width="425" height="350" data="http://www.youtube.com/v/rLIKAyzeIw4" type="application/x-shockwave-flash"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/rLIKAyzeIw4" /></object></p>
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		<title>Schuss ins Knie</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/02/18/schuss-ins-knie/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 12:28:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich frage mich, welches Interesse das christliche Medienmagazin pro an diesem Thema hat. Wirklich. Denn der Artikel ist eigentlich nur ein grandioser Schuss ins eigene Knie. Es geht darum, dass manche Forscher Religion vor evolutionistischem Hintergrund zu erklären versuchen, sie also als Fortpflanzungsvorteil zu verstehen versuchen.
Für den Philosophen Gerhard Schurz von der Universität Düsseldorf hat religiöser Glaube [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich frage mich, welches Interesse das christliche Medienmagazin <em>pro</em> an diesem <a href="http://www.pro-medienmagazin.de/themen/gesellschaft/gesellschaft-single/datum/18/02/2009/forscher-atheismus-widerspricht-der-evolution/">Thema</a> hat. Wirklich. Denn der Artikel ist eigentlich nur ein grandioser Schuss ins eigene Knie. Es geht darum, dass manche Forscher Religion vor evolutionistischem Hintergrund zu erklären versuchen, sie also als Fortpflanzungsvorteil zu verstehen versuchen.</p>
<blockquote><p>Für den Philosophen Gerhard Schurz von der Universität Düsseldorf hat religiöser Glaube laut der Tageszeitung schlicht &#8220;einen massiven Placebo-Effekt&#8221;. So wie jemand erfolgreich eine nutzlose Pille gegen einen Schmerz schluckt, weil er nur fest genug an deren Wirkung glaubt, so helfe auch das Vorgaukeln eines Glaubens. </p>
</blockquote>
<p>Was man von diesen Einzelaussagen auch halten mag, angenommen es stimmt, dass religiöse Menschen in westlichen Gesellschaften aufgrund ihrer Religiosität eher einen inneren Seelenfrieden und damit auch ein längeres Leben haben. Will man das als religiöser Mensch wirklich als Pro-Argument für Religion anführen? Wenn ich Christ statt Atheist wäre, würde es mich schon irgendwie stören, darauf einzugehen, dass mein Gott auf eine Placebo-Pille reduziert wird.</p>
<p>Ebenso skurril ist das Anführen solcher Zitate:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn man einige Kinder auf einer Insel aussetzen würde, wo sie alleine aufwüchsen, würden sie an Gott glauben. Im Gegensatz dazu ist Evolution unnatürlich für den menschlichen Verstand&#8221;, sagt Barrett laut einem Bericht der britischen Tageszeitung &#8220;Daily Telegraph&#8221;. Auch die amerikanische Psychologin Deborah Kelemen kommt zu dem Schluss: Kinder sind &#8220;intuitive Theisten&#8221;, geborene Gläubige. </p>
</blockquote>
<p>Da wir aber wissen, dass die Evolution ein wissenschaftliches Faktum und ein theistischer Schöpfer des Lebens Unsinn ist, lässt dieses Zitat den angeblichen kindlichen Theismus als Kinderkram zurück. Ob der Autor von <em>pro</em> sich damit anfreunden kann, dass seine Religion nur Kinderkram ist?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Spektrum des Bullshits</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/02/13/spektrum-des-bullshits/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 23:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[In letzter Zeit wurde hier und dort öfters gemeckert, dass der Begriff Bullshit zu polemisierend und eindimensional ist, als dass man damit alle religiösen Phänomene etikettieren könne. Stimmt. Deswegen liefere ich als Nachweis für alle zukünftigen Diskussionen mein persönliches Spektrum des Bullshits.

Damit ist für mich alles mit einem Bullshit-Faktor &#62; 50% offiziell Bullshit.
(Polemischer-Atheist-Alarm angesprungen? Dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit wurde hier und dort öfters gemeckert, dass der Begriff <em>Bullshit</em> zu polemisierend und eindimensional ist, als dass man damit alle religiösen Phänomene etikettieren könne. Stimmt. Deswegen liefere ich als Nachweis für alle zukünftigen Diskussionen mein persönliches Spektrum des Bullshits.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-785 borderless" title="Spektrum des Bullshits" src="http://www.rolleyes.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/spektrum_des_bullshits.png" alt="Spektrum des Bullshits" width="471" height="478" /></p>
<p>Damit ist für mich alles mit einem Bullshit-Faktor &gt; 50% offiziell Bullshit.</p>
<p>(Polemischer-Atheist-Alarm angesprungen? Dann bitte die Erklärung in den Kommentaren lesen ;-)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Des Kaisers neue Kleider</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/02/11/ds-kaisers-neue-kleider/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 14:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Dawkins]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Spreeblick hat jemand eine typisch theologische Rezension von Richard Dawkins&#8217; „Der Gotteswahn“ in den Raum geworfen. Dabei ist das Buch doch schon so lange in den Regalen, Jungs, da hat wohl jemand Spaß daran, eine Diskussion anstoßen. Bei Nerdcore geht es in den letzten Tagen zu diesem Thema auch heiß her. Yes, gerne. Dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Spreeblick hat jemand eine <a href="http://www.spreeblick.com/2009/02/11/richard-dawkins-der-gotteswahn/">typisch theologische Rezension</a> von Richard Dawkins&#8217; „Der Gotteswahn“ in den Raum geworfen. Dabei ist das Buch doch schon so lange in den Regalen, Jungs, da hat wohl jemand Spaß daran, eine Diskussion anstoßen. Bei Nerdcore geht es in den letzten Tagen zu diesem Thema auch <a href="http://www.nerdcore.de/wp/2009/02/10/richard-dawkins-meets-ted-haggard/">heiß her</a>. Yes, gerne. Dann will ich eine Karikatur dazu beitragen.</p>
<blockquote><p>REVIEW OF RICHARD DAWKINS&#8217; NEW BOOK &#8216;THE EMPEROR&#8217;S DELUSION</p>
<p>I have considered the impudent accusations of Mr Dawkins with exasperation at his lack of serious scholarship. He has apparently not read the detailed discourses of Count Roderigo of Seville on the exquisite and exotic leathers of the Emperor&#8217;s boots, nor does he give a moment&#8217;s consideration to Bellini&#8217;s masterwork, <em>On the Luminescence of the Emperor&#8217;s Feathered Hat</em>. We have entire schools dedicated to writing learned treatises on the beauty of the Emperor&#8217;s raiment, and every major newspaper runs a section dedicated to imperial fashion; Dawkins cavalierly dismisses them all. He even laughs at the highly popular and most persuasive arguments of his fellow countryman, Lord D. T. Mawkscribbler, who famously pointed out that the Emperor would not wear common cotton, nor uncomfortable polyester, but must, I say must, wear undergarments of the finest silk.</p>
<p>Dawkins arrogantly ignores all these deep philosophical ponderings to crudely accuse the Emperor of nudity.</p>
<p>Personally, I suspect that perhaps the Emperor might not be fully clothed — how else to explain the apparent sloth of the staff at the palace laundry — but, well, everyone else does seem to go on about his clothes, and this Dawkins fellow is such a rude upstart who lacks the wit of my elegant circumlocutions, that, while unable to deal with the substance of his accusations, I should at least chide him for his very bad form.</p>
<p>Until Dawkins has trained in the shops of Paris and Milan, until he has learned to tell the difference between a ruffled flounce and a puffy pantaloon, we should all pretend he has not spoken out against the Emperor&#8217;s taste. His training in biology may give him the ability to recognize dangling genitalia when he sees it, but it has not taught him the proper appreciation of Imaginary Fabrics.</p>
</blockquote>
<p>Wer Dawkins&#8217; bescheidenes theologisches Wissen anspricht, interessiert sich vielleicht für ein <a href="http://video.google.com/videoplay?docid=6474278760369344626">Interview</a> zwischen ihm und dem Theologen Alister McGrath, der auch eine doch ziemlich substanzlose Gegenschrift „<a href="http://hpd.de/node/3314">Der Atheismuswahn</a>“ verfasst hat. Man möge sich daraus seine Meinung bilden. Ich fand gerade die Stelle zum Theodizee-Problem recht entlarvend.</p>
<p>Mir stellt sich dort die Frage, warum Theologen nicht einfach auf Dawkins zugehen und seine kosmologischen Argumente aus ihrer fachlichen Sicht ernst nehmen und diskutieren. Sich auf den Zauberbegriff „Gott“ zu berufen, den man je nach Situation mit der Bedeutung <del>prostituiert</del> füllt, die gerade passt, wird kaum zu mehr Akzeptanz theologischer Argumente bei Atheisten führen.</p>
<p>Auf meinem Blog verlinke ich die <a href="http://outcampaign.org/">OutCampaign</a>. Nicht, weil ich die Religion abgeschafft sehen will, sondern weil man der Religion dort entgegentreten muss, wo sie politisch und erzieherisch wirkt. In einer pluralistischen Demokratie ist das keine Militanz, sondern ein Gebot. Wir sollten uns nicht von „moderaten Religionen“ dazu verleiten lassen, die Kritik zu unterlassen. Denn auch in unserem „moderaten“ Europa gibt es genug zu <a href="http://www.rolleyes.de/blog/2009/01/25/bischof-huber-kann-pluralismus-nicht-ertragen/">kritisieren</a> und zu <a href="http://www.rolleyes.de/blog/2009/02/04/uber-die-halfte-aller-briten-lehnt-evolution-ab/">befürchten</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Theodizee: Brauchen wir wirklich Leid in der Welt?</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/02/09/theodizee-brauchen-wir-wirklich-leid-in-der-welt/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 01:29:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Problem der Theodizee bereitet Theologen seit Ewigkeiten Kopfzerbrechen. Warum gibt es Leid in der Welt? Wenn es einen allmächtigen und gütigen Gott gibt, wieso lässt er es zu, dass auf der Welt so viel schlimmes passiert? Es ist noch keinem gelungen, dieses Problem aufzulösen, ohne auch die Vorstellung eines Gottes aufzugeben. Die Theologie liefert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Problem der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee">Theodizee</a> bereitet Theologen seit Ewigkeiten Kopfzerbrechen. Warum gibt es Leid in der Welt? Wenn es einen allmächtigen und gütigen Gott gibt, wieso lässt er es zu, dass auf der Welt so viel schlimmes passiert? Es ist noch keinem gelungen, dieses Problem aufzulösen, ohne auch die Vorstellung eines Gottes aufzugeben. Die Theologie liefert Ansätze eine Antwort. Aber die halten einem kritischen Blick nicht Stand.</p>
<p>Schauen wir uns die Schaumkrone der theologischen Erklärungen an.</p>
<h3>Der freie Wille</h3>
<p>Der Mensch habe einen freien Willen, seit <del>das sündige Weib</del> Eva im Paradies die verbotene Frucht gepflückt hat, die Gott aus welchem Grund auch immer in erster Linie dort hingestellt hat. Der freie Wille des Menschen befähige ihn auch zu schlechten Taten, die das Leid der Welt erzeugen. Der Mensch sei an seinem Leid selbst schuld.</p>
<p>Das Argument ist schwach. Für Kriege, Mord, Vergewaltigung, etc. klingt es schlüssig. Aber was ist mit dem unzähligen Leid, für das der Mensch keine Schuld hat? Was ist mit Naturkatastrophen, bei denen man unter den Opfern gute Menschen, schlechte Menschen, gläubige Menschen, gottloser Menschen, Erwachsene und Kinder findet? Was ist mit Krankheiten wie Geburtsfehlern, unter denen alle möglichen Menschen leiden können? Das Argument des freien Willens greift hier nicht. Diese Schicksalsschläge resultieren unmittelbar aus den Gesetzen der Welt, die Theisten ihrem Schöpfergott zuschreiben.</p>
<h3>Die Welt ist die bestmögliche</h3>
<p>Aber vielleicht ist er ja nicht allmächtig in dem Sinne, dass er alles machen kann, was er will. Vielleicht ist er durch Einschränkungen in seiner schöpferischen Kraft behindert. Die Welt wie sie ist, könne man sich dann als die Welt vorstellen, in der der Grad des Leidens bereits so minimal wie nur möglich ist. Eine Welt ohne Leid sei unmöglich.</p>
<p>Ok. Aber wenn dem so ist, warum beten Menschen dann überhaupt noch? Warum dankten z.B. die Menschen, die die Wasserlandung im Hudson River überlebt haben dafür, dass Gott sie gerettet habe? Wenn Gott die Fähigkeit hätte, zu intervenieren, hätte er das Leid nicht von vorn herein verhindert? Wenn das Leid der Welt schon minimal ist, warum dann noch überhaupt beten? Es kann ja gar nicht besser werden. Trotzdem ist das Gebet um Hilfe integraler Teil des christlichen Alltages. Immerhin sagte ja Jesus:</p>
<blockquote><p>Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. </p>
<p>&#8211; Johannes 14:14</p>
</blockquote>
<p>Dieses Argument widerspricht der christlichen Vorstellung von Gott also ebenfalls.</p>
<h3>Wir brauchen Leid, um gut zu sein</h3>
<p>Ein weiteres Argument behauptet, der Mensch bräuchte das Leid, um das Gute erst möglich zu machen. Leiden motiviere den Menschen erst zu guten Taten, wie Altruismus, gegenseitiger Verantwortung und der Wertschätzung des Lebens.</p>
<p>Das Argument ist ontologisch reizvoll, denn ein Begriff des Guten kann nur existieren, wenn man ihn von einem Begriff des Schlechten abgrenzen kann. Aber dieser Gedanke verbleibt auf der Ebene der Begrifflichkeiten. Die damit bezeichneten Erlebnisse der Realität existieren auch ohne ihnen einen Namen zu geben.</p>
<p>Und diese Erlebnisse haben wenig von einem Gleichgewicht zwischen Gut und Böse, durch das beides erst ermöglicht wird. Müsste eine Person, die viel Leid erfährt und dementsprechend daran gewachsen ist, von einem gerechten und allmächtigen Gott nicht auch irgendwann belohnt werden? Selbst Hiob litt nicht ewig. Aber wohl jeder Mensch dürfte jemanden kennen, der irgendwann trotz allem Mutes, aller Kraft und allem Optimismus an Lebenssituationen gescheitert ist oder ein tragisches Schicksal erfahren hat.</p>
<p>Wenn Gott das Leid als Triebfeder für das Gute zulässt, dann tut er das in einer sehr unfairen Art und Weise.</p>
<p>Gleichzeitig kennt auch jeder Menschen, die unmoralisch und verachtenswert leben und handeln … denen es aber trotzdem gut geht. Sie haben Gesundheit, Glück, Erfolg und Gemeinschaft und können trotzdem anderen Menschen Leid antun. Müsste ein Gott nicht gerade solche Menschen durch Leiden zur Demut erziehen? Denn ansonsten erscheinen sie anderen Menschen nur als falsches Beispiel: „Schau, der verhält sich wie ein verbrecherischer Egoist und es geht ihm dabei prächtig! So handle ich ab jetzt auch.“</p>
<p>Und natürlich gibt es auch die Menschen, die kein Leid erfahren haben, die aber trotzdem gute Menschen sind. Genauso wie es auch Menschen gibt, die Leid erfahren haben und die gleichzeitig auch schlecht handeln. Bestimmt das Leid den Altruismus der Menschheit? Wohl kaum. Existieret Altruismus auch ohne Leid? Ja, natürlich. Das Argument verallgemeinert die Realität und scheitert daran.</p>
<p>Das Theodizee-Problem kann man nur mit Worten auflösen, wie den folgenden von George Carlin:</p>
<blockquote><p>And finally, I&#8217;ve always drawn a great deal of moral comfort from <em>Humpty Dumpty.</em> The part I liked best: &#8220;and all the king&#8217;s horses, and all the king&#8217;s men couldn&#8217;t put Humpty together again.&#8221; That&#8217;s because there is no Humpty Dumpty, and there is no God. None. Not one. Never was. No God.</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Papst leidet an Gehirndiarrhoe</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/02/03/papst-leidet-an-gehirndiarrhoe/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 23:50:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Augenrollendes]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Fundamentalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die katholische Kirche ist immer für einen Lacher gut, und produziert am laufenden Band Gedankendurchfall, mit dem man Berge von Klopapierrollen füllen könnte.
Und das nicht erst, seit der Papst die besonders verrückten Spinner der Piusbruderschaft rehabilitiert hat. Die letzten Heldentaten von Herrn Ratzinger sind nur die Krönung der Dummheit und Intoleranz, die mit seinem Pontifikat eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die katholische Kirche ist immer für einen Lacher gut, und produziert am laufenden Band Gedankendurchfall, mit dem man Berge von Klopapierrollen füllen könnte.</p>
<p>Und das nicht erst, seit der Papst die besonders verrückten Spinner der Piusbruderschaft rehabilitiert hat. Die letzten Heldentaten von Herrn Ratzinger sind nur die Krönung der Dummheit und Intoleranz, die mit seinem Pontifikat <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,605025,00.html">eine wahre Blütezeit</a> in der katholischen Kirchen erfahren. Dass der Papst anderen Religionen gerne ins Gesicht flatulenziert, zeigte er z.B. schon mit der <a href="http://www.taz.de/index.php?id=493&amp;art=1626&amp;no_cache=1">Wiedereinführung der lateinischen Messe</a>, in der für die Bekehrung der Juden gebetet wird, die in &#8220;Verblendung&#8221; und in &#8220;Finsternis&#8221; leben. Man kann es kaum fassen.</p>
<div id="attachment_675" class="wp-caption aligncenter" style="width: 500px"><a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/"><img class="size-medium wp-image-675  " src="http://www.rolleyes.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/papst_betet_fuer_juden.gif" alt="Karrikatur von Klaus Stuttmann" width="490" height="342" /></a><p class="wp-caption-text">Karrikatur von Klaus Stuttmann</p></div>
<p>Ich frage mich wirklich, wie man Mitglied einer im Kern verfassungsfeindlichen Glaubensgemeinschaft sein kann, deren Leitung man wohlwollendsten Fall als weltfremd und unzurechnungsfähig bezeichnen muss. Just diese Woche hat Herr Ratzinger einen weiteren Bock geschossen, in dem er einen Verrückten zum Bischof ernannte, der Harry Potter für Satanswerk und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Wagner_(Bischof)">Naturkatastrophen für die gerechte Strafe Gottes für Homosexualität hält</a>. Wahrscheinlich haben sich die Katholiken längst an <a href="http://hpd.de/node/6262">solchen Schwachsinn</a> gewöhnt.</p>
<p>Du hast nur noch ein Gehirn, damit deine Schädeldecke nicht einstürzt? Du bist Papst!</p>
<h3>Update</h3>
<p>Der René muss auch seinem <a href="http://www.nerdcore.de/wp/2009/02/05/der-papst-ist-sauer/">Ärger auf den Papst Luft machen</a>. Kann man es wirklich sanftmütiger ausdrücken, wenn man den Kern des Anstoßes dabei nicht verschleiern will? </p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Auch DU gehörst in die Hölle…</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/01/25/auch-du-gehorst-in-die-holle%e2%80%a6/</link>
		<comments>http://www.rolleyes.de/blog/2009/01/25/auch-du-gehorst-in-die-holle%e2%80%a6/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 11:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Augenrollendes]]></category>
		<category><![CDATA[Fundamentalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[
Besonders „nett“ finde ich die Warnung vor „rebellious women“…
[via flickr]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/robotclaw/2798067261/sizes/o/"><img class="aligncenter size-full wp-image-570" title="Ab in die Hölle mit euch…" src="http://www.rolleyes.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/deserve-hell.jpg" alt="Ab in die Hölle mit euch…" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Besonders „nett“ finde ich die Warnung vor „rebellious women“…</p>
<p>[via <a href="http://www.flickr.com/photos/robotclaw/2798067261/">flickr</a>]</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Bischof Huber kann Pluralismus nicht ertragen</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/01/25/bischof-huber-kann-pluralismus-nicht-ertragen/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 09:14:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Augenrollendes]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Pro-Reli]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Bischof Huber ist der Ratsvorsitzende des evangelischen Deutschen Kirchenrates und (natürlich) Unterstützer von Pro-Reli. Ich habe letztens geschrieben, warum Pro-Reli nichts anderes ist, als Unterricht mit Scheuklappen und Indoktrination. Die Scheinheiligkeit und Frechheit der angebrachten Argumente bringt Huber in einem Interview mit der Welt unfreiwillig auf den Punkt.
Unter den besonderen Berliner Bedingungen bekam eine Ethik ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bischof Huber ist der Ratsvorsitzende des evangelischen Deutschen Kirchenrates und (natürlich) Unterstützer von Pro-Reli. Ich habe letztens <a href="http://www.rolleyes.de/blog/2009/01/22/nach-weltanschauung-zensierter-unterricht/">geschrieben</a>, warum Pro-Reli nichts anderes ist, als Unterricht mit Scheuklappen und Indoktrination. Die Scheinheiligkeit und Frechheit der angebrachten Argumente bringt Huber in einem <a href="http://www.welt.de/politik/article3066239/Staat-hat-keine-Deutungshoheit-ueber-Religion.html">Interview mit der Welt</a> unfreiwillig auf den Punkt.</p>
<blockquote><p>Unter den besonderen Berliner Bedingungen bekam eine Ethik ohne Gott den Vorrang vor einer Ethik mit Gott. Das reibt sich mit der Religionsfreiheit und der Bedeutung der jüdisch-christlichen Tradition für unsere Kultur. </p>
</blockquote>
<p>Religion ist Privatsache. Umso mehr in einer pluralistischen Gesellschaft. Gerade deswegen ist der Religionsunterricht im bisherigen Berliner Modell ein freiwilliges Zusatzfach neben dem umfassenden und pluralistisch breit gefächerten Ethikunterricht. Pro-Reli ist <strong>gegen</strong> Religionsfreiheit, indem es den Schülern die Notwendigkeit einer Vermittlung breiten Wissens über Ethik und Religion absprechen will. Denn nur dieser kann die Grundlage sein, sich <strong>frei</strong> für eine Weltanschauung zu entscheiden.</p>
<p>Unsere Kultur ist <strong>nicht</strong> allein jüdisch-christlich geprägt, sondern wurde schon immer durch vielfältige und zahlreiche Einflüsse geformt. Die bornierte Verzweiflung, mit der die Kirche immer wieder die besondere Deutungshoheit ihrer Lehre über die ganze europäische Gesellschaft verteidigt, ist in unserer Moderne nicht mehr zu ertragen. Es ist typisch für die verquere Argumentationslogik von Pro-Reli, dass Huber dem Staat hier jene Arroganz vorwirft, die er selbst zur Schau stellt.</p>
<blockquote><p>Der Staat hat kein Recht, die religiösen Inhalte zu definieren. Deshalb kann Ethik kein staatliches Einheitsfach sein, das für sich beansprucht, die jüdisch-christliche Perspektive oder die muslimische zu vertreten.</p>
</blockquote>
<p>Abgesehen davon, dass der Religionsunterricht im Berliner Modell auf <strong>frewilliger Basis</strong> immer noch im Angebot steht, frage ich mich hier, woher die Kirche das Recht nimmt, die komplette ethische Erziehung von Kindern definieren zu wollen, statt ihnen die Freiheit des Lernens zu zugestehen. Ich akzeptiere nicht, dass alle Schüler bis zur siebten Klasse genügend Lebenserfahrung und Wissen ansammeln können, um ihre Weltanschauung unabhängig wählen zu können. Der meist einseitige Einfluss eines religiösen Elternhauses dürfte das in der Mehrheit kaum ermöglichen.</p>
<p>Die pluralistische, breit angelegte Bildung gehört fest in den schulischen Raum. Dem Wunsch der Kirchen nach konfessioneller Gedankendiktatur in der Schule gehören die Grenzen gezeigt.</p>
<p>Nebenbei: Wer diese Diskussion für eine auf Berlin begrenzte hält, sollte einen Blick in die <a href="http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.2/Gesetze/Verfassung_NRW.jsp">Landesverfassung NRWs</a> werfen:</p>
<blockquote><p>Artikel 7: Grundsätze der Erziehung</p>
<p>(1) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.</p>
</blockquote>
<p>[via <a href="http://brightsblog.wordpress.com/2009/01/25/staat-hat-keine-deutungshoheit-uber-religion/">Brightsblog</a>]</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Nach Weltanschauung zensierter Unterricht</title>
		<link>http://www.rolleyes.de/blog/2009/01/22/nach-weltanschauung-zensierter-unterricht/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 10:34:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Toni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Pro-Reli]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Slogan von Pro-Reli könnte nicht bescheuerter sein. Mit „Freie Wahl für Ethik und Religion“ kämpft die christliche Kampagne gegen das vorhandene Modell des Ethik-Unterrichts an Berliner Schulen, an denen Ethik für jeden Schüler momentan Pflichtfach ist. Konfessioneller Religionsunterricht ist bislang ein zusätzliches und freiwilliges Fach. Pro-Reli fordert, den Ethik-Unterricht zugunsten eines konfessionellen Religionsunterrichts abwählen zu können. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Slogan von <a href="http://www.pro-reli.de/volksbegehren/">Pro-Reli</a> könnte nicht bescheuerter sein. Mit <em>„Freie Wahl für Ethik und Religion“</em> kämpft die christliche Kampagne gegen das vorhandene Modell des Ethik-Unterrichts an Berliner Schulen, an denen Ethik für jeden Schüler momentan Pflichtfach ist. Konfessioneller Religionsunterricht ist bislang ein zusätzliches und freiwilliges Fach. Pro-Reli fordert, den Ethik-Unterricht zugunsten eines konfessionellen Religionsunterrichts abwählen zu können. Wie es ausschaut, <a href="http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008142959199A04A6FD8EC44/Doc~E9E8ABB8CC41D4A049BD1F0B0F90D929F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">mit Erfolg</a>.</p>
<p>Pro-Reli begründet seine Forderungen mit einer Reihe von Gehirnverknotungen: Die Wahlmöglichkeit eines Religionsunterrichts sei ein Gebot der <em>Freiheit</em> und eine Maßnahme gegen <em>Bevormundung</em>. Er würde die <em>Toleranz</em> zwischen den Religionen fördern; denn nur so würde man sie alle ernst nehmen. Und nur wer seine eigene Religion kenne, könne andere Religionen verstehen und respektieren. (Hä?)</p>
<p>So missbraucht man die Argumente der Gegner auf perverse Weise für die eigene Sache. Religion ist eine private Angelegenheit. Natürlich sollte jeder frei über seine Weltanschauung entscheiden können. Aber sind Schüler der siebten Klasse kompetent genug, eine solche Entscheidung frei zu treffen? Natürlich nicht. Man kann stark davon ausgehen, dass ein Religionsunterricht in den meisten Fällen auf Entscheidung der Eltern gewählt wird. Den Glauben der Eltern aufkopiert zu bekommen, hat mit Freiheit wenig zu tun. Für echte Freiheit bedarf es eines breiten Wissens, auf dessen Grundlage man entscheiden kann. Und breites Wissen gibt es nur in einem ungebundenen und allgemeinen Ethikunterricht, in dem verschiedene Weltanschauungen dargestellt werden.</p>
<p>Nebenbei: Die Tatsache, dass Schüler schon jetzt einen freiwilligen und zusätzlichen Religionsunterricht wählen können, führt das Freiheitsargument endgültig ad absurdum. Aber scheinbar war das Interesse der Schüler nicht so groß, wie die von Pro-Reli beklagte unterdrückte Freiheit es vermuten ließe.</p>
<p>Das Argument der Toleranz ist absurd: Toleranz fördert man nicht durch Etikettierung und Abschottung von Kindern. Meine alte katholische Grundschule war ein gutes Beispiel dafür: Obwohl eine evangelische Schule direkt angebaut war, hatten beide Schulen eigene Schulhöfe. Man hätte die einzelnen Konfessionen auch gleich mit einem Stacheldrahtzaun abriegeln können. Warum man durch „Wir hier und die dort“ Toleranz fördern solle, entgeht mir völlig. Insbesondere verstehe ich absolut nicht, wie man andere Religionen nur verstehen könne, wenn man seine eigene und nicht alle Religionen kenne.</p>
<p>Pro-Reli stellt Ansprüche, die für jedes andere Fach einfach absurd wären. Was wäre, wenn man alle Fächer nach Weltanschauung und Einstellung auftrennen sollte?</p>
<ul>
<li>Politikunterricht für sozialistische Kinder und liberale Kinder…</li>
<li>Sexualkunde für freie Liebe und eheliche Treue…</li>
<li>Deutschunterricht für Deutsche, Türkischunterricht für Türken…</li>
<li>Sportunterricht für sportliche Kinder, Gesellschaftsspiele für den Rest…</li>
</ul>
<p>Schule sollte <em>echte</em> Wahlfreiheit-Kompetenz vermitteln, nicht indoktrinieren.</p>
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