Software
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Mir fehlt seit ich Mac OS X benutze ein moderner Usenet Client. Scheinbar gibt es leider nicht viel Interesse an einem Programm, mit dem sich der eigentliche Zweck des Usenet – das Diskutieren – verfolgen lässt; der Einäugige unter den Blinden heißt nämlich Unison und ist auf das Suchen und Laden von Binarys hin optimiert, statt auf das Lesen und Schreiben von Posts.
Die restlichen Programme sind leider alle uralt und haben ihre Wurzeln noch in der Mac OS Classic Ära. MacSoup z.B. ist ein bekannter Vertreter.
Ein vielversprechendes Projekt ist NemoX. Leider krankt das Programm seit zwei Jahren an Instabilität, ist nach mehreren Anläufen der Reimplementation im Moment zu sehr alpha, um benutzt werden zu können und für meinen Geschmack auch noch etwas unübersichtlich. Der Autor verspricht eine stabile Endversion in der ersten Hälfte 2009.
Das Usenet hat im letzten Jahrzehnt stetig User an die Webforen verloren, bzw. nicht vom Zuwachs der allgemeinen Internet-User profitieren können. In de.* sind viele Newsgroups nur noch staubfänger, während es zahlreiche Webforen zum gleichen Thema gibt. Schade, denn Diskutieren über eine eigene Software ist weitaus bequemer, als über eine Website.
Ich kann nicht einfach so ungestört arbeiten. Gerade am Computer habe ich einfach zu viele Möglichkeiten, mich abzulenken. Schon die ganze Kommunikations-Software hüpft mir im Minutentakt vor der Nase rum, um neue Mails, Nachrichten, Tweets, Feeds und ähnliches zu melden. Gerade wenn man eigentlich etwas stinklangweiliges notwendiges tun müsste, vertrödelt man so leicht eine Minute nach der anderen und verliert den roten Faden.
Genau für solche Situationen ist Scrivener eine tolle Software. Kurz beschrieben ist Scrivener ein Schreibprogramm, das den Fokus auf das Schreiben an sich und die Verwaltung des Geschriebenen legt, ohne sich für Layout zu interessieren. Im Mittelpunkt steht der „reine“ Text, losgelöst von einer konkreten Repräsentation. Neben dem eigentlichen Schreiben lassen sich mit Scrivener auch Schreibideen in Form von Karteikarten schnell notieren. Diese lassen sich mit einzelnen Textstellen oder ganzen Texten verbinden und auf einer virtuellen Pinnwand organisieren, auf der man sie verschieben und immer wieder neu anordnen kann. Fertige Texte können in viele Exportformate „kompiliert“ werden: RTF, TeX, DOC, HTML, usw.

Mein wichtigstes Feature an Scrivener ist die Möglichkeit, Text in einem Vollbildmodus schreiben zu können, bei dem der Desktop ausgeblendet und nur noch der Text angezeigt wird.

Das erschafft sofort ein ganz anderes Arbeitsgefühl und eliminiert jede Ablenkung. Einfach genial. Hat ein bisschen was von „Back to the roots“.
Scrivener ist Shareware und kostet knapp 40$. Ich muss mir noch überlegen, ob es mir das wert ist, da mich eigentlich nur der Vollbildmodus interessiert. Eine Alternative wäre WriteRoom, welches nichts anderes ist, als TextEdit mit einem etwas weniger eleganten Vollbildmodus, als Scriveners. WriteRoom kostet 25$, was mir für ein doch sehr simples Programm zu viel wäre. Aber vielleicht könnte ich sowas wie WriteRoom ja selbst programmieren.
Perfekter Zusatz für beide Programme ist übrigens ein Paar Ohropax.
Ich vergesse oft Sachen, die mir für eine Minute durch den Kopf gehen und die ich eigentlich gerne im Gedächtnis behalten würde: Ein interessanter Gedanke beim Lesen eines Textes, eine praktische Vokabel für eine Fremdsprache oder auch einer von vielen Wissenshäppchen beim Vorbereiten eines Buches für eine Prüfung. Leider vergisst das Kurzzeitgedächtnis so etwas schnell. Wie kann man solche Gedanken binden? Mental Case ist eine Anwendung, die genau das verspricht.
Eigentlich ist es nur eine Implementierung von Karteikarten für den Mac. Aber eine sehr schön gemachte. Per Shortcut kann man jederzeit ein Popup-Fenster öffnen und eine neue Karteikarte anlegen.

Man kann die virtuelle Vorder- und Rückseite der Karte beschreiben, wenn man eine Frage-Antwort-Karte zum Lernen haben will, oder auch nur die Vorderseite, wenn man allgemein Wissen festhalten will. Man kann Texte und Bilder einfügen, wobei Mental Case auch Screenshot-Karteikarten mit einem Knopfdruck – z.B. um schnell einen Ausschnitt aus einem PDF hinzuzufügen – oder eine Aufnahme der iSight – um z.B. ein gerade gefundenes Bild in einem Buch einzubinden - ermöglicht.
Diese Karteikarten werden auf Wunsch ab der Erstellung in einem konfigurierbaren zeitlichen Zyklus immer wieder als “zum Lernen anstehend” markiert. Im Dock erscheint die aktuelle Anzahl solcher Karteikarten. Ein Klick auf das Dock startet eine hübsche, keynote-artige Präsentation, die einem alle Karteikarten vorspielt. So kann man sich z.B. in regelmäßigen Abständen die Karteikarten seiner Lerninhalte anzeigen lassen, bis man sie im eigenen Kopf sicher gespeichert hat.
Gerade an Tagen, wo das Gedächtnis protestiert, weil man sich eigentlich lieber mit anderem beschäftigen wollen würde, ist das eine prima Stütze.